In ihrem Vorweihnachtskonzert zündeten die Ehemaligen des Gothaer Kinderchors musikalisch ein Adventslicht an. Unter der Leitung Klaus Hähnels zelebrierten sie emotional anrührend hohe Chorkunst.

Die Ehemaligen des Gothaer Kinderchors Klaus Hähnels haben sich
die Strahlkraft ihrer einst jungen Stimmen bewahrt. Foto: Lutz Ebhardt
Gotha. Es gibt ihn nicht mehr. Oder doch? Mit dem Einleitungssatz aus Benjamin Brittens Zyklus »A Ceremony of Carols« zog der von Klaus Hähnel (70) geleitete Gothaer Kinderchor durch die voll besetzten Zuhörerreihen der Margarethenkirche in den Altarraum.
46 ehemalige Chormitglieder interpretierten Chorwerke in hoher Qualität und mit tiefer emotionaler Wirkung. Das umfangreiche, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm enthielt Werke vom Barock bis zum 20. Jahrhundert.
Was mag dieser Chor den jungen Sängern (und sogar ein paar Jungen vor dem Stimmbruch) einst bedeutet haben, dass sie sich nach so langer Zeit noch immer mit ihrem künstlerischen Leiter treffen und mit ihm für ein öffentliches Konzert proben?
Die Stimmen haben nichts an ihrer Strahlkraft eingebüßt. Die Klarheit in allen Registern, die bemerkenswerte dynamische Breite vom Pianissimo bis zum Fortissimo, die perfekte Intonation, die natürliche Stimmgebung, die bis zum Schluss durchgehaltene Spannkraft, die Sicherheit in der rhythmischen Präzision, die akkurate Artikulation und Phrasierung all das sind Marken dieses Chors. Nur dass etliche der "Kinder" die Vierzig überschritten haben. Das Rätsel der Klangfarbe: Noch immer hörte man einen Kinder- und Jugendchor, beileibe keine erwachsenen Frauen.
All das wäre ohne die zielgerichtete und kompromisslose Chorarbeit Klaus Hähnels nicht möglich gewesen. Und auch nicht ohne Lieselotte Kuhn, die jahrelang als Stimmbildnerin ihre verdiente Aktie an der Ausstrahlungskraft des Chors erworben hat.
Klaus Hähnel hatte auch ein Gesangssolo, Lieder in Kammerchorbesetzung und den doppelchörigen Gesang ins Programm einbezogen, Letzteres wunderschön in "Kommet, ihr Hirten".
Wie schön, dass auch drei ehemalige Jungen nicht vergessen wurden. Sie stützten den Chor, als er einige Gospel Songs mitreißend interpretierte, mit ihren Bässen. Überhaupt gab es viel Abwechslung. So bewiesen die Hähnel-Enkel Aaron (11) und Johann (13), die mit Klarinette und Akkordeon auftraten, ein bereits hohes Maß an musikalischem Verständnis. Und das von Susanne Celbert geleitete Blockflöten-Ensemble der Kreismusikschule "Louis Spohr" glänzte erneut mit gewohnter Professionalität.
Sofern die Liedsätze Klavierbegleitung einschlossen, erfüllte Gerhard Schmidt diesen Part zurückhaltend und einfühlsam. Elke Eichhorn, Organistin im Unruhestand, spielte ein "Präludium pastorale" von Moritz Brosig, von 1853 bis 1884 Domorganist und Domkapellmeister in Breslau, und stellte eine Weihnachtspastorale von Carl Sattler (1871 bis 1938) vor.
Mit Siegfried Köhlers 1946 entstandenem Chorsatz "Tausend Sterne sind ein Dom" als Zugabe verabschiedete sich der Hähnel-Chor von seinen Fans - und ließ die Hoffnung zurück auf ein erneutes Vorweihnachtskonzert 2012.
29.11.2011, Dieter Albrecht / Thüringer Allgemeine Zeitung. Fotos: Lutz Ebhardt
Weimar/Gotha. Klaus Hähnel wird heute im Jugend- und Kulturzentrum Weimar mit der Ehrennadel des Landesmusikrates
Thüringen ausgezeichnet. Das Präsidium würdigt damit Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für das Thüringer Musikleben verdient gemacht haben.

Zum ersten Mal wurde diese Ehrennadel zum Anlass des 20 jährigen Jubiläums des Landesmusikrates im Juni 2010 verliehen.
Klaus Hähnel, Musiklehrer und Chorleiter, war als Vorsitzender des Landeschorausschusses viele Jahre lang inhaltlich verantwortlich für die Landeschorwettbewerbe und den Thüringer Chorleitertag. Ferner repräsentierte er den Arbeitskreis Musik in der Jugend. Unter anderem gründete er 1978 den Gothaer Kinderchor, der zu den besten Kinderchören in der damaligen DDR zählte und den er bis 2004 leitete. Für seine Verdienste erhielt Klaus Hähnel 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
05.03.2011, kyffhäuser-nachrichten.de / Thüringer Allgemeine Zeitung
Gotha. Seit etlichen Jahren singen ehemalige Mitglieder des Gothaer Kinderchores
am Heiligen Abend Weihnachtslieder im Krankenhaus und erfreuen damit
Patienten und Personal. Zuerst sangen sie am diesjährigen Feiertag in der Cafeteria und danach vor Patienten auf verschiedenen Stationen. Was vor Jahren unter dem früheren
Chorleiter Klaus Hähnel begann, soll auch trotz seines Krankenhausaufenthaltes fortgesetzt werden, waren sich die Akteure einig. Sänger und Sängerinnen
wünschen ihm gute Genesung. Unter der Leitung von Martin Sommerlandt hatten die Ehemaligen auf jeden Fall viel Spaß an dem Weihnachtskonzert.
27.12.2010 von Heiko Stasjulevics, Thüringer Allgemeine Zeitung
Gotha. Am Sonntag, den 12. September laden die Orangerie-Freunde zum Konzert in die Orangerie ein. Anlässlich des "Tag des Offenen Denkmals" gibt es ein Konzert der besonderen Art zu erleben. Die Ehemaligen des Gothaer Kinderchores singen zugunsten der Orangerie. Klaus Hähnel dirigiert zum wiederholten Mal nach seinem Rücktritt als Chorleiter das Konzert. Die ehemaligen Schützlinge kommen seiner Einladung gern nach. Über 30 Sängerinnen und Sänger haben sich bereits angemeldet und es folgen sicherlich noch weitere. Denn selbst mit großem Abstand zu den zurückliegenden Kinderchor-Jahren besteht nach wie vor eine enge Bindung und die Freude auf das Widersehen ist bei allen Beteiligten groß. Hähnel kann auf ein umfangreiches Repertoire zurückgreifen, schließlich leitete er den Chor von 1970 bis 2004. Zu hören gibt es zur Jahreszeit passende Lieder. Die Idee, für ein Konzert mit den Ehemaligen des Gothaer Kinderchores gab es schon lange. "Deshalb freut es uns umso mehr, dass es in diesem Jahr klappt.", verrät Orangerie-Freund Dietmar Sommerlandt, dessen Sohn auch das Singen unter Klaus Hähnel gelernt hat. Das einmalige Konzerterlebnis beginnt 15 Uhr, der Eintritt dazu ist frei. Der Förderverein wird jedoch wieder um Spenden zugunsten der Orangerie bitten. Das südliche Orangeriegebäude, das sogenannte Lorbeerhaus, kann zum "Tag des Offenen Denkmals" bereits ab 10 Uhr besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.orangerie-gotha.de.
31.08.2010 von Stefan Weikart, "Orangerie-Freunde" Gotha e.V.
Gotha. (tlz) Gelernt ist gelernt. Das trifft auch fürs Singen im Chor zu. Wie gut sie ihre Stimmen nach wie vor beherrschen und Notentext umsetzen können, das demonstrierten Ehemalige des Gothaer Kinderchores zum Benefizkonzert in der Margarethenkirche eindrucksvoll. Geschmeidiger Klang gepaart mit Ausdruckskraft bekamen die gut 500 Zuhörer im Kirchenschiff geboten. Kein Wunder, leitete doch der einstige Chef des Kinderchores die Sängerschar.
Klaus Hähnel hatte zum vierten Mal nach seinem Rücktritt als Chorleiter zum Ehemaligen-Konzert geladen. Diesmal zu einem Benefizauftritt für die Evangelische Reformschule Gotha. Diese hat zu Beginn dieses Schuljahres ihren Betrieb aufgenommen. Es fehlen dort aber noch Musikinstrumente, sagt Andreas Kemkowski vom Förderverein. Hähnel sagte zu, dafür zu singen. Am Ende kamen knapp 1500 Euro als Spende ein. Das dürfte den früheren Musiklehrer Hähnel zusätzlich freuen.
Ohnehin herrschte Freudenstimmung beim Wiedersehen. Gut 60 seiner früheren Schützlinge folgten dem Aufruf zum Ehemaligen-Konzert. Selbst mit großem Abstand zu zurückliegenden Kinderchor-Jahren besteht nach wie vor eine enge Bindung. Viele gemeinsame Erlebnisse - Proben, Auftritte und Reisen - prägen. Geblieben ist, dass sich die nun schon gestandenen Frauen - darunter drei Männer - sich führen lassen, bescheinigt Hähnel seinen früheren Schützlingen nach dem Konzert. Und nicht weniger ausschlaggebend: Sie singen mit Herz und Seele. Das bei nur einem Probentag. Die einstigen Kinderchor-Mitglieder und ihr ehemaliger Leiter finden schnell zu einem eingespielten Miteinander. Für große Neueinstudierungen bleibt aber keine Zeit, räumt Hähnel. Anspruch auf Qualität lässt das nicht zu. Aber das Repertoire ist ja reichlich. Schließlich leitete Hähnel den Chor von 1970 bis 2004. Dass manche Ehemalige seit Jahren ihrem Chorleiter nicht mehr als Sängerin und Sänger gegenüber standen, war nicht zu spüren. Vielmehr hat der Gesamtklang gewonnen. Die Stimmen sind gereift, ebenso was gedankliches Umsetzen der Notenliteratur betrifft. Das war deutlich hörbar. Vollerer Klang ohne zu überborden, selbst nicht im tragenden Kirchenraum. Hähnel mit seiner Präzision findet das richtige Maß. Das ist ohnehin eine seiner Stärken als Dirigent.
Passend zum Advent hatte Hähnel Advents- und Weihnachtslieder fürs Konzert am ersten Advent ausgewählt umrahmt von vier Gloria-Vertonungen, unter anderem eine modernere Fassung von Bob Chilcott und als Gospel.
Der nächste Auftritt lässt nicht lange warten. Heiligabend singen Ehemalige des Gothaer Kinderchores wieder im Gothaer Krankenhaus. Das ist eine ungebrochene Tradition, die Hähnel auch im Unruhestand fortsetzt. - Was ein echter Chorist ist, ob Sängerin oder Leiter, der kann das Singen eben nicht lassen.
30.11.2009 von Wieland Fischer, Thüringer Landeszeitung